Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG)

Förderung erneuerbarer Energien

Das EEG soll gemäß seinem Zweck (§ 1 Abs. 1) dem Klimaschutz dienen und gehört zu einer Reihe gesetzlicher Regelungen, mit denen die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wie Erdöl, Erdgas oder Kohle sowie Kernkraft verringert werden soll. So werden Wind-, Solar-, Wasser- und Biomasseenergie nicht nur finanziell unterstützt, sondern genießen im Stromnetz Vorrang vor Atom- oder Kohlestrom. Inzwischen sind die erneuerbaren Energien eine wichtige Säule der deutschen Stromversorgung.

 Das Gesetz verfolgt das Ziel, den Anteil des aus erneuerbaren Energien erzeugten Stroms am Bruttostromverbrauch stetig und kosteneffizient auf mindestens 80 Prozent bis zum Jahr 2050 zu erhöhen. Auf dem Weg dahin sollen folgende Ziele verfolgt werden:

  • 40 bis 45 Prozent bis zum Jahr 2025,
  • 55 bis 60 Prozent bis zum Jahr 2035 und
  • mindestens 80 Prozent bis zum Jahr 2050

 

Auch soll der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Bruttoendenergieverbrauch bis zum Jahr 2020 auf mindestens 18 Prozent erhöht werden.

Gefördert wird die Erzeugung von Strom aus:

  • Wasserkraft
  • Deponiegas, Klärgas und Grubengas
  • Biomasse
  • Geothermie
  • Windenergiesolarer
  • Strahlungsenergie (zum Beispiel Photovoltaik)

Prinzip und Umlagemechanismus

Netzbetreiber sind zur vorrangigen physikalischen Aufnahme, Übertragung und Verteilung des Stroms aus erneuerbaren Energien verpflichtet. Sie zahlen dafür Anlagenbetreibern für 20 Jahre eine Förderung für den in ihren Anlagen regenerativ erzeugten Strom. Die Höhe des Förderbetrages ist dabei abhängig von der Art und der Größe der Anlage: Für Windenergieanlagen an Land und Solaranlagen ab einer Anlagengröße von jeweils 750 kW, für Biomasseanlagen ab 150 kW installierter Leistung und für Windenergieanlagen auf See werden von der Bundesnetzagentur (BNetzA) Ausschreibungsverfahren durchgeführt und so der Förderbetrag wettbewerblich ermittelt. Im Übrigen ist die Förderung gesetzlich festgeschrieben. Sie wird durch Zahlung einer Einspeisevergütung oder der Marktprämie gewährt. Darüber hinaus können bzw. müssen Anlagenbetreiber ab einer installierten Leistung größer 100 kW ihren erzeugten Strom direkt vermarkten. Bei Direktvermarktung zahlt der Netzbetreiber die Marktprämie. Diese deckt die Differenz zwischen dem an der EEX oder dem EPEX-Spot-Markt erzielbaren Preis und dem gesetzlichen oder durch Ausschreibung (s.o.) ermittelten Förderbetrag.

Betreiber von Solaranlagen auf Wohngebäuden können stattdessen einen Mieterstromzuschlag erhalten, wenn sie die Bewohner des betreffenden Gebäudes (oder Nachbargebäudes) mit dem dort erzeugten Solarstrom versorgen.

Die Verteilnetzbetreiber sind nach dem sog. bundesweiten Ausgleichsmechanismus berechtigt, die Kosten, die ihnen aus der Zahlung der Einspeisevergütung bzw. der Marktprämie entstehen, an den jeweils zuständigen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB), an dessen vorgelagertes Übertragungsnetz das Verteilnetz des VNB angeschlossen ist, weiterzugeben. Die vier in Deutschland tätigen ÜNB (50Hertz Transmission GmbH, Amprion GmbH, TenneT TSO GmbH und TransnetBW GmbH) gleichen die Zahlungen untereinander aus. Abgenommenen Strom aus den EE-Anlagen vermarkten sie an der Strombörse EEX. Aus den Einnahmen und Ausgaben ermitteln die ÜNB - vereinfacht dargestellt – jährlich die EEG-Umlage, die zum Ausgleich des auf dem von den ÜNB geführten gemeinsamen EEG-Konto entstehenden Defizits dient.

Gemäß § 60 Abs. 1 Satz 1 EEG sind die ÜNB berechtigt und verpflichtet, von Elektrizitätsversorgungsunternehmen, die Strom an Letztverbraucher liefern, die Zahlung der EEG-Umlage zu verlangen. Die Elektrizitätsversorgungsunternehmen sind verpflichtet, die EEG-Umlage an den zuständigen ÜNB zu zahlen.

Die EEG-Umlage wurde für 2020 wurde auf 6,756 Cent/kWh festgelegt

Damit steigt sie um rund 5,5 % gegenüber dem Vorjahr. Dafür gibt es im Wesentlichen folgende Gründe:

  • Für das Jahr 2020 wird ein Anstieg des in regenerativen Anlagen erzeugten Stroms um 8,6 Terawattstunden auf 226 Terawattstunden erwartet. Der EEG-Kontostand war zwar zum 30. September mit 2,2 Mrd. Euro im Plus, lag jedoch insgesamt 40 % unter dem Vorjahreswert und führt deshalb zu einem Anstieg der EEG-Umlage.
  • Die Liquiditätsreserve soll Schwankungen auf dem EEG-Konto und damit Auswirkungen auf die Umlagenhöhe ausgleichen: Zum einen ergeben sich natürliche Abweichungen zwischen Prognose und tatsächlicher Einspeisung aus erneuerbaren Energien, zum anderen führen zum Beispiel besonders sonnenreiche Jahre zu einer höheren Vergütung. Aufgrund sinkender Börsenpreise ergeben sich Mindererlöse für den vermarkteten Strom, die durch Zahlung der Marktprämie ausgeglichen werden. 2019 lag der Spotmarktpreis rund 17 % unter dem gemäß Verordnung anzusetzenden Preis. Dadurch sinkt das „Startniveau“ des EEG-Kontos 2020. Die Liquiditätsreserve steigt deshalb auf 8,1 %.

EEG-Umlage 2020:

Aufteilung nach Energieträgern

Diagramm mit der EEG-Umlage für 2020
Quelle: http://www.netztransparenz.de/de/EEG-Umlage.htm (eigene Berechnungen auf Basis der Prognosekon-zepte und Berechnung zur EEG-Umlage der ÜNB vom 15.10.2019)

* Profilbildungs-, Handels, Zinskosten, Kosten für 50,2 Hz Problematik, Kosten Grünstromprivileg abzüglich Einnahmen aus privilegierten Letztverbrauch

Wie wird sich die EEG-Umlage in Zukunft weiter entwickeln?

Seit der Reform des EEG 2017 wird die Förderung der erneuerbaren Energien auf Ausschreibungsbasis gewährt. Dadurch soll mittelfristig die Kosteneffizienz der Förderung steigen. Da die Veränderung jedoch nur Neuanlagen betrifft, wird sich die Reduktion des Fördervolumens erst in Zukunft auswirken.

Darüber hinaus hat das Klimaschutzkabinett im September 2019 beschlossen, zum Ausgleich der Einführung eines CO2-Preises in den Sektoren Wärme und Verkehr die EEG-Umlage ab 2021 zu senken:

  • ab 2021 um 0,25 Cent pro Kilowattstunde
  • ab 2022 um 0,5 Cent pro Kilowattstunde
  • ab 2023 um 0,625 Cent pro Kilowattstunde

Diagramm Entwicklung EEG Umlage seit 2007:

Diagramm Entwicklung EEG Umlage