Netzentgelte

Wesentlicher Bestandteil des Strompreises.

Netzentgelte sind neben Steuern, Abgaben und Umlagen sowie Beschaffung und Vertrieb einer von drei wesentlichen Bestandteilen des Strompreises. Sie sind für die Nutzung des Stromnetzes, den Messstellenbetrieb (Einbau, Betrieb und Wartung von Messeinrichtungen), die Messung und die Abrechnung von den Stromlieferanten an den Netzbetreiber zu entrichten. Grundlage sind die von der Bundesnetzagentur genehmigten Netzkosten.

Die Höhe des individuellen Netzentgeltes für den Kunden ergibt sich aus Zeitpunkt und Höhe der Stromabnahme, aus der Art der Mess-Einrichtung und der Art der Verbrauchseinrichtung (Strom für Wärmespeicher- oder Wärmepumpenanlagen oder sonstigem Strombezug). Netzentgelte variieren nach Spannungsebenen (Hoch-, Mittel- und Niederspannung).

Der Anteil der Netzentgelte am Strompreis beträgt bei einem Privatkunden in der Grundversorgung mit einem Stromverbrauch von 2.000 Kilowattstunden pro Jahr durchschnittlich 29,5 Prozent, wie nachstehende Grafik zeigt.



Folgende Faktoren beeinflussen die Höhe der Netzentgelte:

  • Kosten für Errichtung des Netzes
  • Kosten für Instandhaltung des Netzes
  • Kosten für Betrieb des Netzes
  • Kunden- und Laststruktur des Netzes
  • Kosten für die Vergütung dezentraler Einspeiseanlagen
  • Kosten vorgelagerter Netze

Netzentgelte sind u. a. abhängig von der individuellen Struktur des Netzes. Aus diesem Grund fallen sie bei den verschiedenen Netzbetreibern unterschiedlich hoch aus.

Folgende strukturelle Besonderheiten des Netzgebietes der MITNETZ STROM GmbH wirken sich auf die Netzentgelte aus:

  • bundesweit eine der höchsten Stromeinspeisungen aus erneuerbaren Energien: der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Letztverbraucherabsatz beträgt 91 % (Stand: 2015)
  • geringe Bevölkerungsdichte (demographischer Wandel)
  • geringe Siedlungsdichte durch viele ländliche Räume und wenig städtische Ballungszentren
  • wenig große Industriezentren (wirtschaftlicher Wandel)
  • sparsamer Umgang mit Strom in Haushalten
  • zunehmende Eigenversorgung

Die letzten vier Merkmale verlangen eigentlich einen Rückbau des Netzes. Der starke Anstieg der Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien erfordert allerdings einen zügigen Netzausbau.

Anders als die Einspeisevergütung für Strom aus erneuerbaren Energien werden die für den erforderlichen Netzausbau anfallenden Netzkosten nicht bundesweit umgelegt. Das bedeutet, für den Netzausbau zahlen nur die Netzkunden in den Regionen, in denen der Netzausbau vollzogen wird.


Wie entwickeln sich die Netzentgelte im Netzgebiet der MITNETZ STROM?

Der umfangreiche Netzaus- und -umbau führt sowohl im Übertragungsnetz (Höchstspannungsnetz) als auch im Verteilnetz (Hoch-, Mittel-, Niederspannungsnetz) zu steigenden Netzkosten. Gleichzeitig sinkt der Netzabsatz auf allen Netzebenen. Aufgrund dieser beiden Faktoren steigen die Netzentgelte des Netzbetreibers MITNETZ STROM gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich 7 % für einen Haushaltskunden und um durchschnittlich 22 % für einen Industriekunden in der Mittelspannung.

Die gültigen Netzentgelte sind im Internet unter www.mitnetz-strom.de veröffentlicht: https://www.mitnetz-strom.de/Stromnetz/Netznutzung/EntgeltefuerNetznutzung


Welche Funktion hat die Bundesnetzagentur?

Die Bundesnetzagentur ist eine Regulierungsbehörde für sogenannte Netzmärkte. Ihre Aufgabe ist es unter anderem, durch Regulierung der Netzentgelte die Voraussetzungen für funktionierenden Wettbewerb auf den Strommärkten und Gasmärkten zu schaffen. Die Bundesnetzagentur soll einen diskriminierungsfreien Netzzugang gewährleisten und genehmigt die Netzentgelte der Betreiber von Stromnetzen und Gasnetzen.



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