Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG)

Förderung von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen

Das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz regelt Abnahme- und Vergütung von Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung auf Basis von Steinkohle, Braunkohle, Erdgas, Öl oder Abfall. Auch wird die Förderung bestimmter KWK-Anlagen geregelt, die einen gesetzlich festgeschriebenen Zuschlag auf den Preis erhalten, der zwischen dem Anlagenbetreiber und dem Netzbetreiber vereinbart wurde.

Von Kraft-Wärme-Kopplung spricht man, wenn in einer Anlage gleichzeitig Wärme und Strom erzeugt werden. Diese Art der Erzeugung ist besonders umweltschonend und trägt zum Klimaschutz bei.

Prinzip und Umlagemechanismus:

Netzbetreiber sind verpflichtet, KWK-Anlagen an ihr Netz anzuschließen und den in diesen Anlagen erzeugten KWK-Strom vorrangig abzunehmen. Die Verpflichtung trifft den Netzbetreiber, zu dessen Netz die kürzeste Entfernung zum Standort der KWK-Anlage besteht. Das Netz muss technisch für die Aufnahme geeignet sein. Für den aufgenommenen KWK-Strom sind der Preis, den der Betreiber der KWK-Anlage und der Netzbetreiber vereinbaren, und ein Zuschlag zu entrichten. 

Netzbetreiber, die im Kalenderjahr Zuschläge zu leisten haben, können finanziellen Ausgleich von dem vorgelagerten Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) für diese Zahlungen verlangen. Die ÜNB gleichen die entstehenden Belastungen in einem bundesweiten Ausgleichsverfahren aus. Die daraus entstehenden Mehrkosten werden in Form der Umlage zur Förderung von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen an die Letztverbraucher weitergegeben. 

Novellierung des KWK 2017

Mit dem 01.01.2017 ist eine Gesetzesnovelle (KWK 2017)  in Kraft getreten, die eine Reaktion auf Forderungen der EU-Kommission darstellt. Danach werden neue oder modernisierte KWK-Anlagen künftig nur noch im Rahmen von Ausschreibungen gefördert. Betroffen von der Ausschreibungspflicht sind Anlagen mit einer Leistung von mehr als 1 MW bis einschließlich 50 MW. Darüber hinaus muss der gesamte in der KWK-Anlage erzeugte Strom in ein Netz der allgemeinen Versorgung eingespeist werden und darf nicht selbst verbraucht werden. Daneben gilt eine Reihe weiterer Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen: so muss z.B. die KWK-Anlage hocheffizient sein und darf keine bestehende Fernwärmeversorgung verdrängen.

Ab 1. Januar 2019 gilt für den nicht privilegierten Letztverbrauch eine KWKG-Umlage in Höhe von 0,280/kWh.

Für Anlagen, die der Besonderen Ausgleichsregulierungsverordnung nach EEG (EEG-BesARLver) unterliegen sowie für die Verstromung von Kuppelgasen (§27a), Stromspeichern (§27b) und Schienenbahnen (§27c) gelten Sonderumlagen. 

Weitere Details zur Festlegung des bundesweiten KWK-Aufschlags können Sie den Erläuterungen zum KWK-Aufschlag unter www.netztransparenz.de entnehmen.