Welche Arten von E‑Autos gibt es?
Autor: Susanne Rothe | Aktualisiert am: 9.7.2026 | Lesezeit: 6 Minuten
Das wesentliche in Kürze:
- Es gibt verschiedene E‑Auto-Arten: BEV, Hybrid, Plug-in-Hybrid und Wasserstoff unterscheiden sich deutlich
- Jede Antriebsart hat eigene Stärken: je nach Fahrverhalten, Reichweite und Lademöglichkeit
- Die richtige Wahl ist individuell: entscheidend sind Alltag, Streckenprofil und Ladeoptionen
Wer sich für Elektromobilität interessiert, stößt schnell auf Begriffe wie BEV, Hybrid oder Plug-in-Hybrid. Doch nicht jedes Fahrzeug mit elektrischem Antrieb funktioniert gleich. Der wichtigste Unterschied ist: Fährt das Auto rein elektrisch, kann es extern geladen werden und ist zusätzlich ein Verbrennungsmotor an Bord?
Im Überblick gibt es fünf wichtige Fahrzeugarten im Umfeld der Elektromobilität:
- Batterieelektrische Autos (BEV)
- Vollhybride (HEV)
- Mild-Hybride (MHEV)
- Plug-in-Hybride (PHEV)
- Brennstoffzellenfahrzeuge (FCEV)
Im Alltag ist mit Elektroauto oft ein batterieelektrisches Fahrzeug gemeint. Im weiteren Sinn zählen viele Menschen aber auch Fahrzeuge mit elektrischem Antriebsanteil dazu.
Kurzvergleich der Fahrzeugarten
| Fahrzeugart | elektrisches Fahren | Extern ladbar | Verbrennungsmotor | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|---|
|
Batterieelektrische Autos (BEV) |
Ja | Ja | Nein |
Fahrerinnen und Fahrer, die regelmäßig laden können und möglichst viel rein elektrisch unterwegs sein möchten. |
|
Vollhybride (HEV) |
Teilweise, kurzzeitig |
Nein | Ja |
Menschen, die etwas sparsamer fahren möchten, aber keine Ladeinfrastruktur nutzen wollen. |
|
Mild-Hybride (MHEV) |
In der Regel nein |
Nein | Ja |
Fahrerinnen und Fahrer, die schrittweise in Richtung elektrifizierter Antriebe gehen möchten. |
|
Plug-in-Hybride (PHEV) |
Ja, begrenzt |
Ja | Ja |
Menschen mit gemischtem Fahrprofil, die häufig kurze Strecken zurücklegen, aber auch längere Fahrten ohne Ladeplanung machen möchten. |
|
Brennstoffzellenfahrzeuge (FCEV) |
Ja |
Nein, Wasserstofftank statt Stromladung |
Nein |
Spezialanwendungen und bestimmte Mobilitätsprofile – im privaten Alltag derzeit meist seltener relevant als BEV oder PHEV. |
Batterieelektrische Autos (BEV)
BEV steht für Battery Electric Vehicle. Diese Fahrzeuge fahren rein elektrisch und haben keinen Verbrennungsmotor. Der Strom wird in einer Batterie gespeichert, die über das Stromnetz geladen wird – zum Beispiel zu Hause an der Wallbox oder unterwegs an öffentlichen Ladepunkten.
Vorteile
- leiser Antrieb
- besonders effizient im Stadt- und Pendelverkehr
- kein Tanken von Benzin oder Diesel nötig
Zu beachten
- Laden muss in den Alltag passen
- Reichweite und Ladezeiten spielen bei der Fahrzeugwahl eine wichtige Rolle
Vollhybride (HEV)
HEV steht für Hybrid Electric Vehicle. Vollhybride kombinieren einen Verbrennungsmotor mit einem Elektromotor. Die Batterie wird nicht extern geladen, sondern zum Beispiel durch Bremsenergierückgewinnung und den Verbrennungsmotor. Das Fahrzeug kann in bestimmten Situationen kurze Strecken elektrisch fahren, nutzt aber überwiegend das Zusammenspiel beider Antriebe.
Vorteile
- kein separates Laden notwendig
- effizienter als klassische Verbrenner, vor allem im Stadtverkehr
Zu beachten
- kein dauerhaftes rein elektrisches Fahren wie beim BEV
- elektrische Reichweite ist begrenzt
Mild-Hybride (MHEV)
MHEV steht für Mild Hybrid Electric Vehicle. Mild-Hybride haben ebenfalls einen Verbrennungsmotor und ein elektrisches System zur Unterstützung. Im Unterschied zum Vollhybrid kann der Elektromotor das Fahrzeug aber meist nicht allein antreiben. Die elektrische Unterstützung hilft vor allem beim Anfahren, Beschleunigen und beim Senken des Verbrauchs.
Vorteile
- etwas effizienter als ein reiner Verbrenner
- keine externe Lademöglichkeit nötig
Zu beachten
- kein echtes elektrisches Fahren im Alltag
- eher Effizienzunterstützung als vollwertige Elektromobilität
Plug-in-Hybride (PHEV)
PHEV steht für Plug-in Hybrid Electric Vehicle. Plug-in-Hybride verbinden einen Elektromotor mit einem Verbrennungsmotor und können extern geladen werden. Dadurch sind – je nach Modell und Nutzung – auch rein elektrische Fahrten möglich.
Vorteile
- kurze Alltagsstrecken können elektrisch gefahren werden
- auf längeren Fahrten steht zusätzlich der Verbrennungsmotor zur Verfügung
- flexibel, wenn Ladegewohnheiten und Fahrprofil zusammenpassen
Zu beachten
- sinnvoll vor allem dann, wenn das Fahrzeug regelmäßig geladen wird
- ohne konsequentes Laden sinkt der elektrische Nutzen deutlich
Brennstoffzellenfahrzeuge (FCEV)
FCEV steht für Fuel Cell Electric Vehicle. Diese Fahrzeuge fahren elektrisch, erzeugen den benötigten Strom aber an Bord aus Wasserstoff. Technisch sind sie elektrische Fahrzeuge, laden jedoch nicht wie ein BEV an der Steckdose, sondern werden mit Wasserstoff betankt.
Vorteile
- elektrischer Antrieb
- schnelles Betanken
Zu beachten
- für Privatkunden derzeit eher eine Nischenlösung
- Verfügbarkeit von Fahrzeugen und Infrastruktur ist begrenzter als bei batterieelektrischen Autos
Welche Art von E‑Auto passt zu wem?
Die richtige Wahl hängt vor allem davon ab, wie Sie fahren und wie Sie laden können.
Ein batterieelektrisches Auto passt oft gut, wenn …
- Sie zu Hause oder regelmäßig unterwegs laden können
- Sie möglichst lokal emissionsfrei fahren möchten
- Sie viele Alltagsfahrten und Pendelstrecken haben
Ein Plug-in-Hybrid kann sinnvoll sein, wenn …
- Sie kurze Strecken häufig elektrisch fahren
- Sie regelmäßig laden
- Sie für längere Fahrten zusätzliche Flexibilität möchten
Ein Vollhybrid oder Mild-Hybrid kommt eher infrage, wenn …
- Sie keine Lademöglichkeit nutzen möchten
- Sie den Verbrauch senken wollen, ohne auf einen Verbrennungsmotor zu verzichten
Ein Brennstoffzellenfahrzeug ist eher ein Spezialfall, wenn …
- Wasserstoff-Infrastruktur in Ihrem Einsatzgebiet verfügbar ist
- Ihr Mobilitätsprofil zu dieser Technologie passt