Auch im Jahr 2009 ist der Staatsanteil am Strompreis wieder gestiegen. Die Verbraucher zahlten mehr als fünfmal so viel Steuern und Abgaben als zu Beginn der Liberalisierung 1998. Bei dieser Summe ist die Mehrwertsteuer nicht mit eingerechnet, die nochmals mit 19 Prozent zu Buche schlägt. Der größte Posten der staatlich verursachten Belastungen entfällt auf die Stromsteuer, gefolgt von der Förderung von Ökostrom nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, der Konzessionsabgabe sowie der Förderung von Kraft-Wärme-Kopplung. Bei einem Drei-Personen-Musterhaushalt entfallen 2009 etwa 40 Prozent der Stromrechnung auf Steuern und Abgaben. 1998 machte der Staatsanteil lediglich ein Viertel des Rechnungsbetrages aus.
Stromverbrauch im Haushalt
Viele Haushaltskunden fragen sich, was bekomme ich für eine Kilowattstunde Strom? Eigentlich eine ganze Menge: Denn eine Kilowattstunde Strom reicht für:
das Bügeln von 15 Hemden
das Kochen von 70 Tassen Kaffee
fünf Stunden fernsehen
das Kochen eines Mittagessens für vier Personen
das Waschen einer Maschine Wäsche
90 Stunden Licht einer Stromsparlampe (11 Watt) bzw. 17 Stunden Licht einer Glühlampe (60 Watt)
40 Stunden Musik des dem CD-Players
Struktur des Stromverbrauchs im Haushalt in Prozent
Durchschnittliche Stromrechnung
Bei einem Durchschnittshaushalt entfallen etwa 40 Prozent der Stromrechnung auf Steuern und Abgaben. Eine Stromrechnung beträgt derzeit in Deutschland pro Monat etwa 67 Euro. 26 Euro davon sind Staatsanteil. Das ist laut BDEW mehr als doppelt so viel wie 1998 zu Beginn des Wettbewerbes im Strommarkt. Der reine Strompreis liegt im Jahr 2009 mit 41,73 Euro nur 4 Euro über dem Niveau von 1998.
Die durchschnittliche Stromrechnung ist 2009 somit um sieben Prozent höher als im Vorjahr. Die Strompreiserhöhungen sind auf die Entwicklung der Großhandelspreise an der Strombörse zurückzuführen: Viele Unternehmen beschaffen den Großteil ihres Stroms für Haushaltskunden ein bis zwei Jahre im Voraus. Damals hat das durchschnittliche Preisniveau an der Börse deutlich höher gelegen.
Stromrechnung eines Drei-Personen-Musterhaushalts im Monat in Euro
1998
2005
2006
2007
2008
2009
Stromrechnung
49,95
54,43
56,76
60,20
63,15
67,70
davon
Mehrwertsteuer
6,90
7,51
7,83
9,61
10,08
10,81
Konzessionsabgabe
5,22
5,22
5,22
5,22
5,22
5,22
Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz
0
0,99
0,90
0,85
0,58
0,67
Erneuerbare Energien-Gesetz
0,23
2,01
2,57
2,85
3,29
3,30
Stromsteuer (Ökosteuer)
0
5,97
5,97
5,97
5,97
5,97
Stromerzeugung, Transport, Vertrieb
37,60
32,73
34,27
35,70
38,01
41,73
Basis: Mittlerer Stromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden im Jahr Quelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Berlin Stand: 2009
Industrie größter Stromverbraucher
Im Vergleich zu Haushalt, Handel und Gewerbe, Öffentlichen Einrichtungen, Verkehr und Landwirtschaft ist die Industrie mit 256,0 Milliarden Kilowattstunden im Jahr der größte Stromverbraucher in Deutschland. Ein Viertel des gesamten Stromverbrauchs entfällt auf die rund 39 Millionen Haushalte. 2008 bezogen sie 139,5 Milliarden Kilowattstunden Strom. In Deutschland betrug der Netto-Stromverbrauch im Jahr 2008 542,2 Milliarden Kilowattstunden.
Anteil der Kundengruppen am Netto-Stromverbrauch in Deutschland
Energieverbrauch: Mineralöl bleibt an der Spitze
Der Primärenergieverbrauch in Deutschland betrug im Jahr 2008 insgesamt 477,9 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten. An der Spitze stehen Mineralölprodukte. Im Jahr 2008 betrug ihr Anteil 34,7 Prozent. Im Vergleich dazu machten Kohle 24,2 und Erdgas 22,1 Prozent des Gesamtverbrauchs aus. Die Erneuerbaren Energien konnten einen Zuwachs auf 7,4 Prozent verzeichnen.
Primärenergieverbrauch in Deutschland in Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten
2003
2004
2005
2006
2007
2008
Mineralöl
180,2
179,4
175,8
176,2
157,9
166,1
Erdgas
110,0
110,4
110,9
112,6
106,6
105,5
Steinkohle
68,7
66,2
62,9
64,0
67,4
62,5
Braunkohle
55,9
56,2
54,5
53,7
55,0
53,0
Kernenergie
61,5
62,2
60,7
62,3
52,3
55,4
Erneuerbare Energien
5,6
5,6
5,9
6,4
33,0
35,4
Insgesamt
481,9
480,0
470,7
475,2
472,2
477,9
Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, Stand 2009