KernkraftStrom aus KernfusionBereits seit Jahrzehnten wird nach einer Möglichkeit gesucht, Energie nicht durch die Spaltung, sondern durch die Verschmelzung von Atomkernen zu gewinnen. Weltweit arbeiten Forscherteams an unterschiedlichen Technologien für eine Realisierung: Wasserstoff-Isotope Deuterium und Tritium werden auf fünf Millionen Grad erhitzt. Bei dieser Temperatur lösen sich die Elektronen von den Atomen und ein Plasma bildet sich. Starke Magnetfelder schließen das heiße Gas ein und halten es von den Wänden fern. Prallen nun jeweils zwei Atomkerne aufeinander, dann verschmelzen sie zu Heliumkernen – genau wie in der Sonne. Große Mengen an Energie werden dadurch frei gesetzt. Die am weitesten fortgeschrittenen Forschungen zur Kernfusion werden am JET (Joint European Torus) in Culham in Großbritannien betrieben, wo eine kontrollierte Kernfusion über einen Zeitraum von eingen Sekunden realisiert wird . Auch Deutschland nimmt eine wichtige Position in der Fusionsforschung ein. Am Reaktor ASDEX Upgrade in Garching werden wichtige Erkenntnisse zur Handhabung der Fusionplasmen gewonnen. Und am Reaktor WENDELSTEIN in Greifswald soll ein neues Stellarator-Konzept zum magnetischen Einschluss der Fusionsplasmen untersucht werden. Bis 2006 soll in einem gemeinsamen Forschungsprojekt zwischen den Ländern der Europäischen Union, Kanada, Japan, Russland, den USA, China und Korea am geplanten Forschungsreaktor „ITER“ demonstriert werden, dass ein Kernfusions-Kraftwerk technisch möglich ist. 2006 soll mit dem Bau von ITER begonnen werden, 2014 voraussichtlich das erste Fusionsplasma in Betrieb genommen werden. ITER ist für eine Leistung von circa 500 Megawatt konzipiert und soll Erkenntnisse liefern, die zur Errichtung von Fusionskraftwerken notwendig sind. Energie aus Kernfusion gilt als besonders effizient und umweltschonend: Die Energieausbeute ist ausgesprochen hoch, Ressourcen- und Müllprobleme treten so gut wie nicht auf, die entstehende Radioaktivität ist gering und das Treibhausgas C02 wird nicht emittiert.
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